Liebesschlucht wieder begehbar

Neue Brücke über dem Linnichbach

Die “Liebesschlucht” war lange Zeit wegen Unbegehbarkeit gesperrt. Nunmehr hat unser Förster Ole Conrad mit seinen Forstwirten eine neue Brücke über den Linnichbach gebaut und einen Teil des Weges vom Bachlauf nach oben verlegt.

Bei der Abnahme der neuen Brücke fragten wir Herrn Conrad: “Können Sie zu der Brücke einige Erläuterungen geben?"

“Gerne, vielleicht erstmal zu der Idee, weshalb die Brücke hier entstanden ist. Wir haben hier an der Stelle der Liebesschlucht im Wanderweg das Problem gehabt, dass hier auf der Bachseite sehr viele Eschen mit Eschentriebsterben stehen und auch Käferfichten und dadurch, dass hier das Gelände so unwegsam ist, konnte man hier nicht mit einer Maschine ankommen und die kranken Bäume von dem Wanderweg wegräumen. Handarbeit wäre unbezahlbar gewesen.

Deshalb ist der Wanderweg in dem Teil immer mehr zum Schlangenlinien- und Kletterparcours geworden und war immer noch gefährlich gewesen, insbesondere weil die Eschen hohe Vitalitätsverluste haben. Hierdurch besteht die Gefahr, dass absterbende Äste plötzlich abbrechen und Wanderer an Leib und Leben gefährden können.

Da hatte ich schon vorher die Überlegung gehabt, den Weg so umzulegen, dass wir diesen Abschnitt aussparen können. In einem Termin mit Westnetz, die ihr Kabel durch die Liebesschlucht führen, erklärten sie sich bereit, gemeinsam mit uns die Verlegung des Wanderweges anzugehen und den Weg zu planieren, sodass er auch gut begehbar wird.

Dies hat dann Westnetz teilweise übernommen. Wir haben anschließend den Weg bis zur Brücke weitergebaut. Danach haben wir mit unseren Forstwirten die Brücke über den Linnichbach gebaut. Hierdurch wurde ein Teil des Wanderweges umgelegt und der gefährliche Bereich stillgelegt. Gemeinsam mit Statiker Elz haben wir die Brücke konzipiert und berechnet. Die Spannweite von über 10 m musste statisch sicher hergestellt werden.

Mit dem Bauunternehmen Brand wurden die Fundamente der beiden Brückenköpfe hergestellt.  Leimbinder von 12 m Länge und einem sehr hohen Gewicht wurden eingekauft und mit Hilfe der Gruppe “Wir für Zell” gemeinsam mit den Forstwirten aufgelegt.

Nachfolgend haben unsere Forstwirte den Rest der Arbeit mit dem Bau des Überganges, des Geländers sowie der Podeste vor und hinter der Brücke übernommen. Die Bauhölzer bestehen aus  Zeller Eiche. Fünf Bäume, die oben in der Nähe Sparrenwies standen. Es waren abgängige Eichen, die schon vom Eichenprachtkäfer befallen waren.

Das Holz haben wir selbst mit einem mobilen Sägewerk aufgeschnitten und daraus dann die Bretter für die Brücke geschnitten. Es waren zwischen fünf und sechs Kubikmeter Holz, die genutzt wurden.“

 

Frage: "Kann man sagen, was die Brücke letztendlich kostet?"

“Durch die Nutzung der vom Absterben bedrohten Bäume, konnten allein 5.000 Euro eingespart werden. Mit der Erstellung einer Statik, Herstellung des Fundamentes, Kauf der tragenden Leimbinder, Einrüstung, Wegebau und weiteren Nebenkosten kann man von ca. 15.000 € Aufwand ausgehen. Diese werden von der Stadt Zell (Mosel) getragen und im Rahmen der Forstwirtschaft erwirtschaftet. Und so stehen wir jetzt hier auf der fertigen Brücke. Das war so ein bischen der Werdegang, die Idee dahinter, weshalb die Brücke hier entstanden ist.”

 

Vielen Dank Herr Förster Conrad und ein ganz besonderer Dank gilt den Forstwirten für die hervorragende Leistung.

Die romantische Liebesschlucht kann von unseren Bürgern und Gästen ab sofort wieder bequem begangen werden.

Ich wünsche allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie unseren Gästen eine erholsame Zeit bei einer Wanderung durch Wald und Weinberge.

Ihr
Stadtbürgermeister
Hans-Peter Döpgen

1. Foto: Förster Ole Conrad mit seinen Forstwirten, die die neue Brücke in der Liebesschlucht errichteten.

Gruppenfoto der Arbeiter auf der neuen Holzbrücke in der Liebesschlucht in Zell.
Großes Gruppenfoto auf der neuen Holzbrücke in der Liebesschlucht in Zell.
Nahaufnahme der neuen Holzbrücke in der Liebesschlucht in Zell.
Aufnahme der neuen Holzbrücke in der Liebesschlucht in Zell.